Von der Vision zur Wirklichkeit: Ein Jahrzehnt voller Wandel
- Bea Cervinka

- vor 2 Tagen
- 14 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 24 Stunden
Auf einmal war er da, der Moment der Erkenntnis: Alles, was ich in den letzten zehn Jahren geschaffen hatte, verwob sich gerade in diesem Augenblick zu dem einen roten Faden, der alles miteinander verband: Mythen, Rituale und innere Entwicklung im Rhythmus des Jahres. Alles ergab plötzlich einen Sinn, einen glasklaren inneren Kern, der sich zu einem einzigartigen Angebot verdichtete und sich an ein definiertes Kundenklientel richtete:
Ich unterstütze Menschen in Zeiten innerer Neuordnung mit Ritualen und Jahreskreisarbeit, damit sie mit Klarheit, Stärke und Orientierung neue Schritte auf ihrem Weg Richtung Wachstum gehen.
Das sah vor zehn Jahren noch ganz anders aus. Als ich mein erstes Networking-Treffen besuchte und mir jemand den heißen Tipp gab "Du musst deinen Wunschkunden kennen!" hab ich ihn nur verständnislos angeschaut. "Wieso, ich will doch allen Menschen helfen!"
Ein hehrer Gedanke, der aber zeigt, wie wenig Ahnung ich damals noch von dem großen Meer hatte, in das ich da gesprungen war.
Ein Jahr zuvor hatte ich die Honigbienen kennengelernt. Über die Imkerei stieß ich auf die Apitherapie, und über die Apitherapie auf Jafra – einen Direktvertrieb, der Kosmetikprodukte mit Gelee Royal herstellte. Es war für mich ein Anfang, ein erster Schritt, um den Zauber der Bienenprodukte als Geschenk an die Menschheit weiterzugeben.
Das war damals der Wunsch, der mich antrieb und mich den Schritt in die Selbstständigkeit wagen ließ: die Welt zu einem besseren, gesünderen Ort zu machen – für alle Lebewesen. Der Schlüssel lag für mich bei den Honigbienen, den kleinen, unscheinbaren Helfern, die bereits in den frühen Hochkulturen den Göttern der Schöpfung zur Seite standen und dem Menschen die Sesshaftigkeit ermöglichten.
Doch was die Bienen tatsächlich für mich und für meine casa cervinka bereithielten, konnte ich mir damals in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen.
Heute nehme ich dich mit auf eine Reise durch die vergangenen zehn Jahre – durch Erfahrungen, Learnings und Augenblicke, die mein Unternehmen zu dem gemacht haben, was es heute ist.

Zwischen Heizöltanks und Lebenstraum
"Sie können auf natürlichem Weg nicht schwanger werden, Sie brauchen eine künstliche Befruchtung." Ein Satz, der mein damaliges Leben zerschmetterte.
2012 heiratete ich meinen Mann Michael, 2013 kauften wir unser Häuschen am Ende der Welt und wünschten uns seitdem, dass die Räume von Kinderlachen und dem Getrappel kleiner Füße widerhallten. Drei Jahre und einen Abgang später wurde mir dann diese unerbitterliche Erkenntis ins Gesicht geschleudert: Mein Körper kann das einfach nicht.
Das, was für viele Frauen das Natürlichste der Welt ist, blieb mir als Wunsch verwehrt, da eine künstliche Befruchtung für mich nicht in Frage kam; sie widersprach meinem Weltbild, das von Freiheit, Selbstbestimmung und der Achtung vor meinem eigenen Körper geprägt ist. Ich wollte ihn nicht zwingen, etwas zu geben, wozu er nicht bereit war.
Mein Mann sah das ganz pragmatisch: Na dann arbeiten wir an dem Lebenstraum, den wir uns erfüllen können: Dem eigenen Studio! Gesagt, getan, eh ichs mich versah, lagen die zwei Räume neben unserem Hauseingang in Schutt und Asche. Dort, wo zuvor die Heizöltanks dick und unförmig im Weg standen, öffnete sich nach drei Monaten der Platz für eine voll-elektrische, geschmeidig-weiche Massageliege mit Heizfunktion.

Nebenan entstand eine kleine Hexenküche. Alles war perfekt, die Eröffnung geplant, die Vorfreude auf das eigene Schaffen groß. Nur irgendwie passte ich nicht mehr in die Klamotten, die ich zum großen Event anziehen wollte. Waren meine Hüften etwa breiter geworden?
Ich fiel fast rückwärts vom Stuhl, als die Periode ausblieb und der erste Test zwei Striche anzeigte: Hier, mitten im Auftaktwirbel klopfte mein Schicksal an mit seiner eigenen, unerwarteten Agenda – und ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.
Selbstständigkeit zwischen Baby, Pandemie und null Planbarkeit
Die Schwangerschaft hebelte mich komplett aus dem Alltag. Eine ständige Müdigkeit und die Angst, das Kind erneut zu verlieren, begleiteten mich. Nach dem gefürchteten, dritten Monat, als klar war, der Embryo möchte bleiben, zog ich die Reißleine und ließ mich arbeitsunfähig schreiben. Das war der Todesstoß für mein begonnenes Engagement als Teilzeit-Selbstständige. Die Prioritäten wurden umverteilt.
Dennoch ließ mich die Apitherapie nicht los und ich startete ein Fernstudium beim DAB unter der Leitung von Dr. Stefan Stangaciu sowie einen Imkerkurs bei Melifera. Hochschwanger absolvierte ich vier von fünf Kursmodulen, den Honigkurs konnte ich nicht mehr wahrnehmen und die Abschlussarbeit meines Studium musste auch warten. Dafür hielt ich am 28.04.2017 um 8:18 Uhr völlig überwältigt meinen Sohn in den Armen.
Nach drei Jahren dann, als ich endlich meine Mutterpflichten vertrauensvoll in die Hände der örtlichen Kindertagesstätte geben wollte, kündigte sich dann der nächste Gegenwind an: Corona blies allen kräftig ins Gesicht und ließ alltägliche Gewohnheiten zur Farce ohne Pointe kippen. Ich verlor meine Festanstellung und auch den Kitaplatz, weil ich das Possenspiel nicht mitspielte. So war mein Sohn nach einem Jahr Fremdbetreuung wieder bei mir zu Hause und das halbe Jahr, das mir das Arbeitsamt als Unterstützung zur erneuten Aufnahme meiner Selbstständigkeit ließ, zerfloss zwischen Spielplatz und Bauklötzchen.
Erst St. Martin nahm mich 2022 gnädig unter seinen Mantel, ein neuer Kitaplatz war in Aussicht und die Einschulung winkte mittlerweile auch in sichtbarer Ferne.
Ab hier ließ die Zeit es zu, Begonnenes erfolgreich zu Ende zu führen: Meine Abschlussarbeit für die Apitherapie floss aus den Fingern aufs virtuelle Blatt und auch meine 2018 angefangene schamanische Ausbildung bei Tunritha wurde mit einer letzten Präsenzveranstaltung in Bremen gefeiert.
Für meinen unternehmerischen Neubeginn hatte ich mir außerdem fest vorgenommen, meinen Praxisraum durch einen digitalen Raum zu erweitern, um Onlinekurse und Workshops anbieten zu können. Ich wollte meine Selbstständigkeit jetzt wirklich leben und unabhängig von Katastrophen im Außen mein Geschenk an die Menschheit übergeben: "Wir fangen da an, wo die Schulmedizin aufhört", das war der Claim meines neu gegründeten bee yourself, das aus der Asche der casa cervinka wieder auferstand.
Mondtrommel, Bienen und der Weg ins Internet
Ein Coaching bei Jens Heuchemer gab mir neuen Auftrieb. Ich lernte die Grundlagen für ein erfolgreiches Online-Business vom Design einer Webseite über eine klare Positionierung bis hin zum Umgang mit ActiveCampain und dem Erstellen von Kursen.
April '24 erfüllte ich mir dann einen großen Traum: Ich baute mit Stefan Scholz von feuertrommel.de meine eigene Mondtrommel mit 1,10m Durchmesser. Sie sollte mir mit ihrem Donnern den unternehmerischen Weg in die Zukunft freiräumen.

Im Sommer des gleichen Jahres stolperte ich über Secrets de Miel, ein französisches Imker-Unternehmen, das sich der Herstellung apitherapeutischer Produkte für Wellness, Schönheit und Gesundheit verschrieben hatte. Endlich hatte ich einen adäquaten Ersatz für Jafra gefunden, dessen Direktvertrieb in Europa im Laufe der Zeit stark reduziert und schließlich eingestellt wurde. Somit brauchte mich meine Patin nicht lange überreden, um das Produktsortiment in mein Portfolio aufzunehmen. Ich war unendlich glücklich, genau die Fülle an hochwertigen Bienenprodukten anbieten zu können, die ich mir schon seit meiner Apitherapie-Ausbildung gewünscht hatte.
Überhaupt begleitete die Magie der Honigbienen mich immer wieder auf meinem Weg: Nachdem ich meine Abschlussarbeit über das Thema "schamanisch-ganzheitliche Sichtweise auf die Heilwirkung von Bienenprodukten" geschrieben und dabei die Bedeutung der Biene quer durch die Menschheitsgeschichte nachverfolgt hatte, fand ich während meiner schamanischen Ausbildung die Bücher "Das Wyrd" und "Der Bienenschamane", die mich sofort in ihren Bann zogen. Sie zeichneten das Bild der Biene als Krafttier, Begleiterin und Wächterin der unsichtbaren Welten. Ihr Met war schon immer Zaubertrank, Trunk der Unsterblichkeit und heilige Gabe der Götter. In alten Überlieferungen erscheint er als goldenes Getränk der Dichter und Seher, der Inspiration weckt und die Schleier zwischen den Welten sanft zur Seite gleiten lässt.
Je tiefer ich in diese Geschichten eintauchte, desto deutlicher begann ich zu spüren: Die Biene trägt ein uraltes Wissen in sich. Sie lebt im Rhythmus der Jahreszeiten, folgt dem unsichtbaren Takt von Blüte und Rückzug, von Fülle und Sammlung. Ihr Volk atmet im Gleichklang mit dem Lauf der Sonne, mit dem Erwachen des Frühlings, der üppigen Kraft des Sommers, der stillen Reife des Herbstes und der inneren Sammlung des Winters.
So wurde die Biene für mich zu meiner Lehrerin.
In ihrem Tanz entdeckte ich eine Sprache, die älter ist als jedes Buch. In ihrem Honig die Essenz eines ganzen Sommers. Und im Met, diesem uralten Getränk aus Honig, Wasser und Zeit, schimmerte etwas auf, das von Unsterblichkeit kündete.
Vielleicht war es genau das, was die Bienen mir damals zeigen wollten. Dass Wachstum selten in geraden Linien geschieht und Reife Zeit braucht. Und dass in jedem Zyklus des Lebens eine verborgene Weisheit liegt, die darauf wartet, gehört zu werden.
Ohne dass ich es damals schon benennen konnte, woben meine Bienen damit den Faden zu dem Weg, der viele Jahre später zu meiner Arbeit mit den Jahreskreisfesten führen sollte.
Ich war so begeistert, von diesen Erkenntnissen, die ich in den alten Mythen fand, dass ich meinen ersten Onlinekurs darüber erstellte. Leider ohne Erfolg - kein Kunde interessierte sich dafür.
Dennoch fanden die Veranstalter der Gesundheitsmesse Fürth meine Webseite und luden mich ein, im Oktober '24 mein Unternehmen in ihren Hallen zu präsentieren. Ich war Feuer und Flamme, druckte Flyer, Visitenkarten, organisierte Produktkataloge von Secrets de Miel und fuhr meine Mondtrommel in die große Stadt. Sogar einen Vortrag konnte ich zu meinem Thema halten: Das Geheimnis der Honigbiene. Die Besucher der Messe durften sich testweise unter meine Trommel legen und sich von mir betrommeln lassen - und allen Interessenten, die fragten, erklärte ich den Zusammenhang zwischen dem Summen der Bienen und dem Klang eines der ältesten Instrumente der Menschheit, der jedem, der es zulässt, Flügel verleiht.
Ich führte wunderbare Gespräche und knüpfte wertvolle Kontakte, u.a. mit Tina von fichtelwaldtherapie.de Wir wollten in naher Zukunft ein gemeinsames Retreat veranstalten.
Doch auch hier funkte erneut das Schicksal dazwischen - nach zwei Tagen mit jeweils acht Stunden schamanischem Dauertrommeln beschloss mein Körper, dass er bereit war für das zweite Kind.
Noch immer war mein Business nicht mehr als ein teures Hobby.
Meine größten Learnings
Obwohl ich bis hierhin noch keinen müden Cent verdient hatte, habe ich doch einiges an Erfahrung gesammelt. Die wichtigsten Erkenntnisse habe ich hier mal zusammengeschrieben:
32 Zertifikate an der Wand mögen den einen Kunden beeindrucken, den nächsten einschüchtern, der Dritte findet es einfach lächerlich. Können lässt sich nicht mit Zetteln an der Wand beweisen, wenn du es selbst nicht als persönliche Entwicklung anerkennst
es reicht nicht, gut zu sein. Du musst inspirieren, eine schöne Geschichte erzählen und witzig sein. Dann kaufen die Kunden. Vielleicht.
Über Esoterik und Schamanismus herrschen die interessantesten Vorurteile. Und wenn du dich nicht mindestens mit Ayahuasca auskennst, bist du doch kein richtiger Schamane!
Und ach ja: der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Wer kennt schon den Wert deiner Arbeit, wenn du nebenan wohnst, aber plötzlich jede zweite Person online behauptet, mit einem absolvierten Wochenendkurs genau das gleiche zu tun?
es gibt zwei Arten von Menschen, denen du nicht helfen kannst: Die, die sich gar nicht helfen lassen wollen und die, die erwarten, dass du ihr Leben änderst, ohne dass sie etwas dafür tun müssen
was beim großen Online-A angeboten wird, wird unter Garantie eher gekauft, als das, was du im Sortiment hast. Obwohl alle Bekannten wissen, dass sie dich mit ihrem Kauf unterstützen würden und dein Produkt auch qualitativ wesentlich hochwertiger ist. Aber was du verkaufst, ist ja nur Eso-Hokuspokus
Direktvertriebler schaukeln sich nicht die Eier in der mediterranen Sonne, während die eingestellten "Patenkinder" das Geld ranschaffen. Sich einen zuverlässigen Kundenstamm im Direktvertrieb aufzubauen ist harte Arbeit. Ich gebe zu, ich bin an der Aufgabe gescheitert. Die Tupperparty ist tot. Auch wenn sie bei mir Apitime heißt
„Wenn du wirklich spirituell bist, machst du das nicht für Geld.“ Nee, ist klar, ich ernähre mich von Luft und Liebe und zahle meine Ausbildungen mit meinem guten Namen
das Schema Geben und Nehmen funktioniert auch nicht mehr. Gibst du z.B. kostenlose Produkte in einem Adventskalender-Gewinnspiel, gibt es immer Menschen, die das ausnutzen
"Du machst Reiki? Ach, ich hab gehört, das kann man sich ganz schlimme Energien einfangen!"
„Wenn du Preise nennst, bist du gierig.“ Und dann wird bei dem Wochenendkurs-Absolventen gekauft, der sein Coaching für den 10fachen Preis anbietet
arbeitest du im Networking, schließt du nur Freundschaften, um den Leuten später leichter was verkaufen zu können. Ja, das denken viele, wenn du ein Angebot teilst.
und wenn du online arbeitest, glaubt jeder, er weiß sowieso alles besser. Likes, Kommentare, Story-Reaktionen – und schon fühlen sich alle als Experten. Das ist wie mit den ganzen Fußball-Profis, die zu Hause auf der Couch sitzen
"Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Du bist doch nur mit den Kindern zu Hause! Und warum bist du deswegen jetzt so gestresst?"
nur weil du eine Webseite hast, bist du noch lange nicht online sichtbar, und nur weil du ein Angebot hast, wirst du noch lange nicht gebucht
Welche Berufe ich noch nebenbei ausführe
Wenn du denkst, du machst dein Onlinebusiness und gut ist, hast du dich geschnitten. Als Soloselbstständige lernst du schnell, dass dein eigentlicher Beruf nur einen kleinen Teil deiner Zeit ausmacht. Nebenbei wirst du Werbetexterin, Social-Media-Managerin, Regisseurin, Kamerafrau und Videoeditorin. Du fotografierst deine eigenen Produkte, sprichst deine eigenen Audios ein, baust deine Webseite, programmierst deine Mailautomationen und beantwortest Kundennachrichten.
Kurz gesagt: Du bist Geschäftsführerin, Marketingabteilung, Technikteam und Kundenservice in einer Person – und irgendwo dazwischen erinnerst du dich daran, was du ursprünglich eigentlich anbieten wolltest.
Weitere Berufe, die ich neben meinem Job als Vollzeitmama, Teilzeit-Selbstständige, Köchin, Haushälterin und Familienmanagerin ausführe sind:
Kreative und kommunikative Rollen
Werbetexterin
Storytellerin
Social-Media-Managerin
Content-Creatorin
Bloggerin / Autorin
Community-Managerin
Medienproduktion
Regisseurin
Kamerafrau
Fotografin
Videoeditorin / Cutterin
Tontechnikerin
Sprecherin für eigene Audios
Marketing und Vertrieb
Marketingstrategin
Markenentwicklerin
Launch-Managerin
Sales-Managerin
Kundenberaterin
Technik und Organisation
Webseitenentwicklerin
Funnel-Architektin
Newsletter-Managerin
Automations-Technikerin
IT-Support für das eigene Business
Unternehmerische Ebene
Produktentwicklerin
Geschäftsführerin
Buchhalterin
Projektmanagerin
Kundenservice
Mindestens. Wenn nicht sogar!
Meine Erfolge
Dennoch sollen hier auch die Highlights meiner letzten zehn Jahre nicht unerwähnt bleiben. Momente, auf die ich während meiner Selbstständigkeit stolz war, sind folgende:
Der Tag der Eröffnung war großartig und wird mir wahrscheinlich mein Leben lang in Erinnerung bleiben
das wohlige Lächeln, das mir auf jedem Kundengesicht entgegenstrahlt, nachdem ich sie sanft aus der Integrationsphase zurückhole.
Überhaupt, mein Studio. Es ist immernoch so schön. Einzigartig, strahlend, gemütlich und besonders, wenn auch nach zehn Jahren etwas vollgestopft
meine Webseite. Es ist alles von mir handgemacht, kein Programmierer hat je etwas daran einstellen dürfen.
mein Advents-Arcanum. Der Adventskalender des letzten Jahres war der Startschuss für meine aktuellen Jahreskreis-Angebote. Er zog wirklich Interessenten an und ist auch richtig gut geworden
meine Runen-Orakel. Ich lege wirklich selten Orakel oder bemühe die Numerologie. Aber wie deutlich diese Sprache des Universums tatsächlich zu uns spricht, wenn wir nur bereit sind, zuzuhören, überrascht mich jedes Mal aufs Neue
meine Mondtrommel Auðumbla. Diese fünf Tage, in denen ich sie selbst mit meinen eigenen Händen in die Welt bringen durfte, sind auch unvergesslich. Auch wenn sie heute wesentlich seltener klingt, als sie sollte
mich in diese ganze Onlinewelt so eingefuchst zu haben, dass ich heute weiß, was ein Launch ist, ein Funnel, eine Landingpage. Mein Blog fasst mittlerweile über 100 Beiträge. Selbst Videos für youtube und Pins für Pinterest kann ich selbst erstellen inklusive Thumbnail und Voice-Over. Selbst die 8jährigen Kumpels meines großen Sohnes staunen, wenn sie das sehen. Und dass ich mittlerweile ein Angebot auf meiner Webseite erstellen kann, dass eine Mailautomation auslöst, in der die Audio-Dateien verschickt werden, dass darf mir erstmal jemand nachmachen😊
Und selbst einen Businessplan zusammenzuschreiben und gegenüber dem Arbeitsamt zu begründen, warum das, was du tust, Hand und Fuß hat, ist schon ein ziemlich gutes Gefühl. Auch wenn hinterher alles anders läuft
Von der Hexenblütenküche zu Wurzeln&Wachstum
Die zweite Schwangerschaft lief ganz anders als die erste. Ich war wesentlich entspannter und vertraute meinem Körper mit dem, was er vorhatte. Ein paar Wochen vor dem Geburtstermin gönnten wir uns noch eine Woche Urlaub in einem Indoor-Tropenparadies. Zwischen warmem Wasser und Sand zwischen den Zehen reflektierte ich mein unternehmerisches Sein und stellte fest, das es ein neues Framing brauchte. Ganzheitliche Gesundheit lockte mittlerweile keine Maus mehr vorm Ofen vor, Schamanismus und Esoterik erst Recht nicht. Aber was funktioniert denn in unserer Zeit?
Ich schaute mir eine Menge Instagram-Accounts an, um herauszufinden, welche Richtung ich einschlagen wollte und fand Küchenzauber, Naturwissen, alte Rezepte direkt auf dem Feuer gekocht, Kräuter und das Wirken im Jahreskreis. Aus all diesen Inspirationen formte sich die Hexenblütenküche, unter der ich fortan auf Instagram wirken wollte. Mehr oder weniger ungezwungen ohne Weg und Ziel, immerhin wusste ich, dass ich bald keine Zeit mehr für Angebote und Onlineformate haben würde. Doch wieder einmal kam vieles anders:
Mein zweiter Sohn wurde im Juni 24 geboren und im Gegensatz zum ersten, war er ein wirklich unkompliziertes Kind. Er schlief friedlich und lang und spielte gerne ohne, dass ich mitspielen sollte - es reichte ihm, dass ich bei ihm saß. So konnte ich nebenbei weiterhin ein wenig im Netz arbeiten, meine Webseite verfeinern und Blogartikel schreiben. Über diesen Impuls stolperte ich über Judith Peters Blogtober, ein Blogworkshop, mit dem ich "richtig" bloggen lernen wollte. Und auch hier führte eines zum anderen. Begeistert von diesem Format buchte ich Judiths Selbstlernkurs, optimierte meinen Online-Auftritt weiter und lernte Sigrun kennen, die zu Weihnachten die 12 Days of Masterclasses anbot. Sie zeigte den Weg von 0 auf Online-Kurs auf und mitten in den täglichen Live-Sessions dachte ich: die Grundlagen habe ich doch alle. Dann ging es ganz schnell, ich erstellte in ca 4 Wochen meinen ersten "echten" Onlinekurs über körperliche Gesundheit, den ich kostenlos anbot. Es trugen sich immerhin 8 Leute ein, die Fortsetzung bildete eine Less-Stress-Woche, mit der ich weitere Interessenten auf meine Angebote aufmerksam machen wollte. Mal wieder ohne Erfolg. Den zweiten Kurs zu mentaler Gesundheit stampfte ich noch während der Erstellung wieder ein. Mal wieder stellte sich die Frage "Weitermachen oder lass ich es einfach sein?" Die Antwort darauf war eine telefonische Einladung zu einer Probeaufnahme in einem professionellen Podcast-Studio.
Ich fackelte nicht lange, überlegte mir in Windeseile ein Adventskalender-Konzept, über das ich in der Videoaufnahme sprechen wollte und endlich spürte ich ein innerliches Einrasten: Mein Adventskalender, der den wahren Geist der Weihnacht wiederbeleben sollte, ließ einige Interessenten die Köpfe heben und zum ersten Mal wuchs die Anmeldeliste meines Newsletters. Fast automatisch fand das Advents-Arkanum seine organische Fortsetzung in Online-Angeboten zu Jahreskreisfesten und regelmäßig stattfindenden Ritualräumen auf youtube. Und plötzlich, als ich mein eigenes Ostara-Angebot zu Testzwecken buchte, wurde mir plötzlich klar: Ich tue nicht mehr nur so, als hätte ich ein Business.
Ich habe eines. Eines, das sie im Rhythmus des Jahreskreises begleitet und sie über sich hinaus wachsen lässt – ohne Druck, Ziehen oder Schieben. Ohne esoterisch oder übertrieben schamanisch zu sein, sondern einfach mithilfe einer natürlich gewachsenen Struktur, die trägt. Nach zehn Jahren des Suchens, Lernens, Umbauens und Weitergehens stand ich plötzlich genau dort, wo ich immer hinwollte. Und doch weiß ich: Der Weg ist damit noch lange nicht zu Ende.
Wurzeln & Wachstum und wo ich noch hinmöchte
Diese neu gewonnene Klarheit forderte erneut ein optimiertes Framing, ich änderte den Namen der Hexenblütenküche in Wurzeln&Wachstum. Denn genau darum geht es: im eigenen Leben Wurzeln zu schlagen, Kraft zu sammeln und daraus ganz natürlich weiterzuwachsen – im eigenen Rhythmus, im Rhythmus des Jahreskreises.
Was über viele Jahre hinweg noch wie einzelne Puzzleteile wirkte – die Arbeit mit Ritualen, die Weisheiten der Bienen, die schamanische Ausbildung, die Erfahrungen aus Praxis und Onlinewelt – fügte sich plötzlich zu einem stimmigen Ganzen zusammen.
Alles griff ineinander, hatte sich Schritt für Schritt entwickelt und war nun einfach da.
Doch es gibt nach wie vor noch viel zu tun. Wie bereits erwähnt, verkauft sich ein Angebot noch nicht von selbst, nur weil es online ist. Jetzt geht es darum, den Auftritt auf den unterschiedlichen Sozial Media Kanälen auf das neue Format hinzuzuspitzen und zu vereinheitlichen. Außerdem möchte ich mich noch in der Podcast-Welt umschauen und ein Format finden, das zu mir passt. Da meine Jahreskreisräume über geführte Meditationen wirken, ist das der nächste logische Schritt.
Außerdem fordern meine Bienen mich zu weiterem Wachstum heraus: Nachdem ich sie jahrelang in einem Garten einer ehemaligen Arbeitskollegin stehen hatte, der eine halbe Stunde entfernt von meinem Zuhause war, darf ich sie jetzt in einen Garten umsiedeln, der gefühlt dreimal so groß und nur noch zehn Minuten weit weg ist. Hier ließe sich sogar mein Traum eines Bienensiebensterns verwirklichen – eine geometrische Anordnung von Bienenbeuten in Bezug zur Landschaft, die die Energie von Mensch und Erde in ein harmonisches Gleichgewicht bringt. Ein Ort, an dem Natur, Ritual und gelebte Verbindung zusammenfinden.
Vielleicht wird daraus eines Tages ein Platz, an dem Menschen nicht nur über den Jahreskreis sprechen, sondern ihn unmittelbar erfahren können: im Summen der Bienen, im Duft der Blüten, im Rhythmus der Landschaft. Und vielleicht entsteht hier im Laufe der Jahre mein eigenes Apitherapie-Zentrum, das Stockluft-Therapie und eine Bienenliege anbieten kann.
Noch ist es eine Vision. Aber nach allem, was die letzten zehn Jahre mir gezeigt haben, habe ich gelernt, solchen Visionen mit einer gewissen Gelassenheit zu begegnen. Manche Ideen brauchen Zeit, um Wurzeln zu schlagen. Und wenn der Moment gekommen ist, wachsen sie ganz von selbst. So wie meine Schulbienen, die ich im letzten Sommer endlich mit Schulkindern in der Ferienbetreuung auf dem Gelände der örtlichen Grundschule angesiedelt habe. Der erste Versuch dieser Idee startete viele Jahre zuvor und verlief im Sand. Dieses Jahr verspricht das Projekt mehr Erfolg: Unser Volk hat seinen ersten Winter gut überlebt und lässt Raum für neue Träume. Was wird kommen? Ein zweites Volk? Schulhonig fürs gesunde Frühstück? Ein Projekttag oder ein Infostand beim Schulfest? Vielleicht sogar eine Bienen-AG mit den Schulkindern? Die Faszination für die Bienen möchte ich in die nächste Generation weitertragen, weil sie so viel über das Zusammenspiel von Natur, Gemeinschaft und Rhythmus lehren. Sie zeigen, wie kleine, unscheinbare Wesen Großes bewegen, wie Ordnung, Hingabe und Verbindung sich entfalten können – und wie alles im Kreis des Lebens miteinander verwoben ist.
Der geplante Bienensiebenstern bringt diese Prinzipien auf symbolische Weise in die Landschaft: Hier darf ein Platz zum Staunen, Lernen und Wachsen entstehen, wo Visionen wie die der Kinder und meine eigenen Wurzeln schlagen können. Und so schließt sich der Kreis. Und gleichzeitig öffnet sich ein neues Feld. Ein Feld voller Möglichkeiten, voller neuer Träume, voller Licht, das weiter wachsen möchte – wie alles, was Wurzeln geschlagen hat und bereit ist, sich Richtung Sonne zu strecken.
Nach all den Jahren, den Umwegen, den Lernprozessen und den Visionen stehe ich heute an einem Punkt, an dem Vergangenheit und Zukunft auf besondere Weise zusammenkommen. Die Räume meiner ersten Selbstständigkeit, die vielen kleinen und großen Projekte, die Arbeit mit Ritualen, Jahreskreisfesten und Bienen – all das fügt sich jetzt zu einem stimmigen Ganzen. Mit jedem Angebot, jedem Ritual, jedem Workshop, den Menschen erleben können, wächst nicht nur mein Business, sondern auch die Möglichkeit, die inspiriert und die Raum lässt für persönliche Entwicklung – Schritt für Schritt, im eigenen Tempo.
Und die Reise ist noch lange nicht zu Ende. Visionen wie der Bienensiebenstern, die Schulbienenprojekte, neue Formate für Online- und Vor-Ort-Angebote – sie alle warten darauf, weiterzuwachsen.
Zehn Jahre, in denen ich gelernt habe, dass echtes Wachstum Zeit, Geduld und die Bereitschaft braucht, sich immer wieder neu auszurichten. Und genau diese Erkenntnis gibt mir Kraft, weiterzugehen: mit Klarheit, mit Freude, mit dem Wissen, dass alles, was entsteht, seinen Platz findet, wenn die Zeit reif ist.



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