12 von 12 im Februar '26 - Irgendwo dazwischen
- Bea Cervinka

- vor 5 Tagen
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Aktualisiert: vor 3 Tagen
Heute ist der 12. Februar - Zeit für 12 von 12, eine Fotodokumentation des Tages in 12 Bildern:
Ich habs getan. Ich hab letztes Jahr eine Eltern-Kind-Kur beantragt und Ende Januar dieses Jahres war es dann soweit, wir fuhren ins (meist) schöne Breisgau. Heute zeigt sich der Februar allerdings von seiner typisch nasskalten Seite:

Bei bestem Regenwetter startete der Tag mit einer Runde walken:

Durch das Wasser von oben verwandelte sich das gemütliche Bächlein vor dem Haus in einen reißenden Wildwasserbach:

Doch wir ließen uns die Stimmung nicht vermiesen, schließlich ist gerade die Hochzeit der Faschingstage:

Diese lustigen Gestalten begleiteten heute unsere Aufwärmrunde, während laute Musik aus den oberen Stockwerken zu uns herunter schallte. So war die gute Laune garantiert.
Die Behandlungsangebote hier reichen in nahezu jeden Lebensbereich hinein. Neben Bewegung und Ernährung kann man sich in Achtsamkeit schulen lassen, bekommt Physiotherapie und Fangopackungen, Beratungen zum Elternsein und auch psychologische Gespräche. Nach spätestens einer Woche setzt die lange vermisste Entspannung ein, die Schultern kleben nicht mehr an den Ohren, sondern sinken wieder auf Normalniveau und hat man den ersten Muskelkater verdaut, fühlt sich auch der restliche Körper bald wieder richtig gut an.
Allerdings geht es mir auch so, dass ich mich von all dem schnell überfordert fühle, wenn ich an die Zukunft nach der Kur denke. Die alten Gewohnheiten möchten abgelegt werden, sie waren eine Zeit lang hilfreich, um in einem gewissen Automatikmodus das Überleben mit zwei Kindern zu sichern, doch gut getan haben sie definitiv nicht. Dem Rücken nicht und auch nicht der Psyche. Doch, wo fängt man am besten an, das neu Erlernte in den Alltag zu integrieren? Regelmäßig gesunde Mahlzeiten für alle zubereiten, gelassen bleiben, wenn es um die Hausaufgaben geht, Selbstfürsorge praktizieren und täglich mindestens eine halbe Stunde Sport machen mag für den 25jährigen Single problemlos machbar sein, doch für Eltern willensstarker Kinder mit Alltagssorgen eine Herausforderung. Und so fühle ich mich in stillen Momenten etwas verloren, ich merke, dass dieses Neue sich erst noch entwickelt und seinen Platz festigen möchte. Ein Prozess, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen sein wird.
Wie passend für den Februar, der gemeinhin als Übergangszeit zwischen Winter und Frühling gilt: Das keltische Fest Imbolc erscheint in altirischen Quellen Anfang Februar und stand in Verbindung mit dem Wiederkehren des Lichts nach dem Winter, der noch nicht so wirklich im Rückzug ist, obwohl die Tage bereits wieder deutlich länger hell sind. Ein Dazwischen also, zwischen Rückzug und Neubeginn, Alt und Neu, Hell und Dunkel. So wie es im Augenblick auch in mir aussieht. Vielleicht habe ich deswegen noch vor meiner Abreise den Imbolc-Raum in mein Online-Angebot aufgenommen, ein zeitlich begrenzt buchbarer Raum für genau diese Schwellenzeit im Jahr und alle, die diesen Übergang bewusst begehen möchten:
Wenn du jetzt neugierig bist, was dieser Raum für dich bereithalten könnte, dann klick einfach auf das Blumenbild, du gelangst direkt zu meiner Webseite. Achja, und die ersten Frühjahrsboten habe ich heute auch beim Walken gesehen:

die ersten Störche sind zurück! Leider ist das Bild nicht so gut, weil sie sehr weit weg waren, aber wer sie schon einmal gesehen hat, weiß: hier ist ein Storchenpaar auf Nahrungssuche. Auch sie gelten seit sehr langer Zeit als Botschafter und Schwellenwanderer. Sie verschwinden im Herbst und kehren im Frühjahr zurück. In vorwissenschaftlichen Weltbildern wirkte das wie ein Gang zwischen Welten. Sie kamen „von anderswo“. Aus dem Süden, aus der Ferne, aus einer unsichtbaren Sphäre. Wenn sie wiederkehren, berichten sie symbolisch von
Fruchtbarkeit
Kindersegen
Neubeginn
Heimkehr des Lebens
Die bekannte Geschichte vom „Storch bringt die Babys“ ist eine späte volkstümliche Verdichtung davon.
Störche bilden stabile Brutpaare und kehren oft zum gleichen Nest zurück.
Darum stehen sie auch für Beständigkeit und zyklische Wiederkehr. Natürlich muss man daraus kein Omen machen. Aber sie in diesem Zustand des Noch nicht und Nicht Mehr zu sehen, bereitet mir eine große Freude.
Nach dem Mittagessen ist klassischerweise Zeit für ein Mittagsschläfchen, doch unser Mini sieht das heute anders:

Er will sich partout nicht hinlegen.
Auch die Sonnenterrasse hält heute nicht, was sie verspricht:

Alles ist grau in grau. Da helfen nur Zimtschnecken:

In Kaffee getunkt...
Danach können wir uns wirklich noch aufraffen und zur Burgruine wandern. Die ist bei diesem Wetter wirklich mystisch:

Die Burg wurde von den Herren von Staufen um 1100 erbaut. Der sagenumwobene Wunderheiler und Alchemist Johann Georg Faust wurde vermutlich hier in der Gegend durch Anton von Staufen als Goldmacher angestellt und soll in seinem Zimmer im Staufener Gasthaus zum Löwen wohl durch eine chemische Explosion ums Leben gekommen sein. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg dann von schwedischen Truppen besetzt, die sie 1632 niederbrannten und zerstörten. Zwischen den imposanten und teils richtig dicken Mauern umherzuwandeln beflügelt die Phantasie...Wie es hier wohl ausgesehen haben mag, als die Burg noch intakt war?
Nach dem Abendbrot gehts für den Mini zügig ins Bett und als er eingeschlafen ist, für uns nochmal in die Turnschuhe:

Heute Abend wird Zumba angeboten. Eine schöne Gelegenheit, sich nochmal richtig auszupowern. Die Turnhalle ist schon für die morgige Faschingsparty geschmückt:

Nach dem Training gehts dann unter die wohlverdiente Dusche und müde und glücklich ins Bett. Gute Nacht!








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