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Die Biene als göttliches Tier - meine Heldenreise zum Anbeginn der Schöpfung

Die gewohnte Welt


Ich wollte eigentlich über Gelee Royal schreiben.

Jahrelang hatte ich mich mit Bienenprodukten beschäftigt — ihrer Wirkung auf die Haut, ihrer Zusammensetzung, ihrer Kraft als Naturheilmittel. Das war mein Thema, mein sicheres Terrain. Die Abschlussarbeit meiner Apitherapie-Ausbildung sollte ein Klacks werden.

Aber als ich anfing zu schreiben, merkte ich: Es zog mich nicht. Das Thema fühlte sich an wie zäher Gummi — richtig, vernünftig, solide. Und vollkommen leblos.

Also folgte ich einem Impuls, der sich damals noch ungewohnt anfühlte — dem Impuls, ehrlich zu sein. Ich schrieb meinem Ausbilder Dr. Stefan Stangaciu und bat ihn, stattdessen über etwas schreiben zu dürfen, das mich wirklich zog: die schamanisch-ganzheitliche Sichtweise auf die Heilwirkung der Bienenprodukte.


Er sagte ja.

Was dann entstand, war mehr als eine Abschlussarbeit. Es war meine erste Reise zu mir selbst — der erste Moment, in dem ich wagte, mein Innerstes nach außen zu zeigen.

Und die Bienen führten mich dabei in eine Welt, die ich nicht erwartet hatte.


Der Bienenschamane wurde zur Bienenschamanin


Das Buch "Der Bienenschamane" fiel mir in irgendwann die Hände — ich weiß nicht mehr genau wie, aber so ist das manchmal mit den Dingen, die einen finden, wenn man bereit ist. Ich verschlang es in zwei Tagen.


Ich war damals selbst mitten in meiner schamanischen Ausbildung, Schwerpunkt nordischer Schamanismus. Ich kannte die Vorstellung, dass es Wesen gibt, die zwischen den Welten wandern — Mittler zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen dem Sichtbaren und dem, was sich dem Auge entzieht. Dass die Bienen genau das sind, wusste ich bis zu diesem Moment nicht.


Doch sie hüten die Schwelle, nicht zuletzt diese, die zu mir selbst geführt hat: Meine Hochzeitsreise führte mich nach Ephesus. Ich stand vor dem Tempel der Artemis — einem der sieben Weltwunder der Antike, einem Ort, an dem Jahrtausende lang Einweihungsrituale gefeiert wurden, an dem Priesterinnen die Mysterien des Lebens hüteten und die Biene als heiliges Symbol verehrt wurde. Ich stand dort, sah die Ruinen, machte Fotos. Und die Biene hat mich damals kein einziges Mal gerufen.


Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was ich heute weiß. Dass der Name Ephesus "Ort der vielen Bienen" bedeuten soll. Dass die Priesterinnen der Artemis Melissai hießen — Bienen. Dass auf der berühmten Artemisstatue Bienen abgebildet sind, als Zeichen des mystischen Wissens, das dort weitergegeben wurde. Dass ich an einem der heiligsten Bienenorte der Menschheitsgeschichte stand — und es nicht gespürt habe.


Der Lehrer kommt, wenn der Schüler bereit ist. So ist das eben.

Ich begann meine Abschlussarbeit der Apitherapie erneut zu schreiben. Und je tiefer ich tauchte, desto klarer wurde: Das Mysterium der Biene ist kein Randthema der Menschheitsgeschichte. Es ist ein roter Faden, der sich durch alle Kulturen, alle Zeiten, alle Kontinente zieht — unsichtbar für den, der nicht sucht. Unübersehbar für den, der einmal angefangen hat zu schauen.

Und so beschloss ich 2016, mein Wirken unter das Synonym der Bienenschamanin zu stellen, unter dem ich jahrelang in der digitalen Welt zu finden war.


Die Entdeckungen 


Was ich fand, übertraf alles, was ich erwartet hatte.

Die Biene ist nicht nur ein Insekt, das Honig produziert. Sie ist das älteste uns bekannte domestizierte Tier der Menschheit — und möglicherweise der Grund, warum die Menschen überhaupt sesshaft wurden. Felszeichnungen aus Höhlen bei Valencia, 12.000 Jahre alt, zeigen bereits Menschen beim Sammeln von Honig. Zur selben Zeit entstanden die ersten uns bekannten Heiligtümer der Menschheit.


Bienen und Kultur — sie gehören von Anfang an zusammen.

In Ägypten wurde die Biene zum Wappentier von Unterägypten erhoben. Bei der Reichseinigung vor 5000 Jahren wurde sie zur Königshieroglyphe — dem Zeichen, das dem Namen jedes Pharaos voranging. Götterstatuen wurden mit Honig gesalbt, Mumien mit Honig einbalsamiert, Tempel mit Honig versorgt. Honig galt als göttliche Speise, als Quelle der Unsterblichkeit.


In den hattischen Mythen war es die Biene — und nur sie — die den verschwundenen Vegetationsgott im Totenreich finden und erwecken konnte. Der Adler des Sonnengottes hatte versagt. Die Biene fand ihn, weil sie sich zwischen den Welten bewegt. Sie hütet die Schwelle — in jedem Sinne.


Bei den Griechen trugen mich die Melissai zu den Plejaden — jene sieben Schwestern, die als Begleiterinnen der Artemis galten und den Menschen die Bienenzucht lehrten. Als Sternenhaufen im Sternbild Stier bestimmten sie seit Jahrtausenden die Saat- und Erntezeiten. Orion, der sie ewig verfolgt, der Stier, der Regen und Fruchtbarkeit bringt — all das verwob sich zu einem Bild, in dem die Biene im Mittelpunkt steht. Als Sinnbild der Fruchtbarkeit, des Lichts, der zyklischen Ordnung des Lebens.


Selbst bei den Germanen und Wikingern floss Met — der heilige Honigwein — aus den Eutern der Ziege Heidrun auf dem Dach von Walhalla. Er war Trank der Götter, Opfergabe, Kraftquelle der Krieger. Das älteste alkoholische Getränk der Menschheit. Und möglicherweise die erste Medizin, die das Unsichtbare — Krankheitskeime, Infektionen — wirksam bekämpfen konnte, lange bevor die Wissenschaft verstand, warum.

Überall dieselbe Überzeugung, unabhängig voneinander entstanden, durch alle Kulturen und Kontinente: Die Biene ist heilig. Ihr Summen ist der Urklang der Schöpfung. Ihr Honig ist göttliche Speise. Ihre Produkte heilen.


Der Bruch


Und dann geschah etwas.

Baal-Sebul — der "erhabene Herr", ein kanaanäischer Wettergott, der mit Honig in Verbindung stand und Heilorakel aussprach — wurde im Zuge der Christianisierung umgedeutet. Sein Name wurde zu Baal-Sebub, dem "Herrn der Fliegen". Aus dem erhabenen Herrn wurde ein Fliegendämon. Aus dem Fliegendämon wurde Beelzebub, Fürst des Reiches der Finsternis.

Und 1612 verschwand die Biene auch vom Sternenhimmel. Der niederländische Kartograf Petrus Plancius hatte sie noch als Apis — Biene — in seinen Himmelsglobus aufgenommen. 1690 wurde sie bei Hevelius zur Musca. Zur Fliege.

Ein Sternbild wurde umbenannt. Eine Jahrtausende alte Verehrung ausgelöscht. Die Heilerinnen, die um die Kraft der Bienenprodukte wussten, wurden zu Teufelsbündlerinnen. Das Wissen ging nicht verloren — es wurde verdrängt.

Dieses eine Bild sagt für mich alles: Von der Biene zur Fliege. Von der Göttin zum Dämon. Von der Heilerin zur Hexe. Die Hexenverbrennung machte auch vor den Bienen nicht halt.


Die Rückkehr


Ich habe damals eine Abschlussarbeit geschrieben.

Aber was wirklich entstand, war etwas anderes: das Erwachen des Wissens in mir, das schon immer da war — das nur darauf gewartet hatte, dass ich bereit bin, es zu empfangen.

Die Bienen haben mich nicht über Nacht gefunden. Sie haben gewartet.

Wie gerne würde ich Ephesus noch einmal besuchen — mit den Augen, mit denen ich heute sehe. Mit dem Wissen um die Melissai, um Artemis, um das mystische Summen, das durch diesen Ort gewirkt hat. Ich glaube, ich würde diesmal sehr viel mehr hören.


Und bis dahin lausche ich dem Summen meiner Bienen. Die noch immer wissen, was wir Menschen längst vergessen haben — dass alles miteinander verbunden ist, dass Heilung tiefer reicht als Symptome, und dass es die feinsten, leisesten Töne sind, die die größte Kraft innehaben.


Ihr Summen trug mich weiter, irgendwann wurden aus der Bienenschamanin das Seelenatelier, das zur Zeit mein kraftvollstes Online-Angebot ist. Und wenn du selbst einmal in dieses Summen eintauchen möchtest, das älter ist als jede Religion und tiefer wirkt als jeder Gedanke — dann habe ich ein kleines Geschenk für dich. Abonniere meinen Newsletter und du bekommst eine geführte Audioreise als Dankeschön:

Die Bienenatmung. Fünf Minuten, eine uralte Übung, deine Stimme als Brücke zwischen dir und dem Urklang der Schöpfung. Trage dich hier ein und du erhälst den Zugang zur Audioreise.


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